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Hohl klingende Fliesen – muss wirklich alles ausgebaut werden?

  • dmitrijssets
  • 24. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Hohl klingende Fliesen gehören zu den häufigsten Problemen, die Hausbesitzer Jahre nach einer Renovierung feststellen. Oft beginnt es mit kleinen Anzeichen: Die Fliese klingt beim Abklopfen hohl, bewegt sich leicht unter Belastung oder die Fugen beginnen zu reißen und auszubrechen.

In vielen Fällen liegt die Ursache nicht an der Fliese selbst, sondern an Hohlstellen zwischen Fliese und Untergrund.

Warum entstehen Hohlstellen unter Fliesen?

Dafür kann es verschiedene Ursachen geben:

  • unzureichende Benetzung mit Fliesenkleber während der Verlegung

  • bereits angetrockneter Kleber

  • Bewegungen des Untergrundes

  • Temperaturspannungen

  • dauerhafte Belastungen

  • Fußbodenheizung

Mit der Zeit verliert die Fliese einen Teil ihrer Auflagefläche und beginnt, sich über der Hohlstelle leicht zu bewegen. Dadurch entsteht das typische hohle Geräusch beim Abklopfen.

Muss die Fliese immer ausgebaut werden?

Nein.

Viele Eigentümer gehen davon aus, dass nur der Ausbau und die Neuverlegung helfen können. In der Praxis ist das jedoch nicht immer die beste Lösung.

Oft wird die betreffende Fliese nicht mehr produziert. Manchmal ist derselbe Farbton nicht mehr erhältlich oder der Ausbau einer einzelnen Fliese beschädigt benachbarte Bereiche.

Deshalb prüfen Fachbetriebe zunächst, ob eine Reparatur ohne Ausbau möglich ist.

Wie funktioniert die Reparatur von Hohlstellen unter Fliesen?

Für solche Fälle gibt es spezielle Injektionsmaterialien mit sehr guten Fließeigenschaften.

Über die Fuge oder eine kleine technische Bohrung wird das Material mit einer Injektionsspritze unter die Fliese eingebracht.

Die Verfüllmasse verteilt sich in den vorhandenen Hohlräumen und füllt die Bereiche zwischen Fliese und Untergrund aus.

Nach dem Aushärten entsteht wieder eine tragfähige Verbindung. Die Bewegungen der Fliese werden reduziert und das Risiko weiterer Schäden sinkt deutlich.

Der größte Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die vorhandene Fliese erhalten bleiben kann.

Wann ist dieses Verfahren sinnvoll?

Eine Instandsetzung durch Injektion kann besonders sinnvoll sein, wenn:

  • die Fliese unbeschädigt ist

  • die Hohlstellen lokal begrenzt sind

  • der Untergrund stabil bleibt

  • keine schweren konstruktiven Schäden vorliegen

  • keine Ersatzfliesen mehr verfügbar sind

  • ein Ausbau hohe Folgekosten verursachen würde

Gerade bei hochwertigen Fliesenbelägen kann diese Methode eine wirtschaftliche Alternative zum kompletten Rückbau darstellen.

Wann führt kein Weg am Ausbau vorbei?

Das Injektionsverfahren ist keine Universallösung.

Wenn der Untergrund selbst beschädigt ist, sich großflächige Bereiche lösen oder bereits erhebliche Schäden vorhanden sind, kann eine vollständige Sanierung erforderlich werden.

Deshalb sollte die Ursache der Hohlstellen immer fachgerecht beurteilt werden.

Fazit

Hohl klingende Fliesen bedeuten nicht automatisch, dass der gesamte Belag entfernt werden muss.

Moderne Injektionssysteme ermöglichen es in vielen Fällen, Hohlstellen unter Fliesen ohne Ausbau zu verfüllen und die vorhandene Fläche langfristig zu stabilisieren.

Besonders interessant ist dieses Verfahren dann, wenn keine Ersatzfliesen mehr vorhanden sind oder der bestehende Belag erhalten werden soll.

Über den Autor

Dima Sets ist Inhaber von DS-Innenausbau in Landstuhl. Das Unternehmen ist auf Badsanierung, Fliesenarbeiten, Badmodernisierung und Innenausbau in Kaiserslautern, Landstuhl, Kusel, Pirmasens und der Westpfalz spezialisiert.

DS-Innenausbau begleitet Projekte von der Planung bis zur Fertigstellung und setzt neben klassischen Handwerkstechniken auch moderne Sanierungsverfahren ein, um bestehende Beläge möglichst zu erhalten und unnötige Rückbauarbeiten zu vermeiden.

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