Kontraste im Badezimmer – warum ein Raum für mich Charakter braucht

Ich habe schon vor langer Zeit etwas festgestellt: Wenn ich einen Raum betrete, gefällt es mir, wenn mein Blick sofort irgendwo hängen bleibt. Es muss nicht unbedingt etwas besonders Auffälliges oder Buntes sein. Manchmal reicht eine einzelne Wand, ein Möbelstück, eine interessante Oberfläche, eine beleuchtete Nische oder eine Armatur in einer besonderen Farbe. Aber für mich braucht ein Raum ein Element, das ihm Charakter gibt.
Wahrscheinlich arbeite ich deshalb bei der Gestaltung von Badezimmern so gerne mit Kontrasten. Das sieht man auch sehr deutlich in unserer Ausstellung von DS-Innenausbau in Landstuhl. Mittlerweile haben wir dort ungefähr 25 bis 30 verschiedene Badkompositionen und Ausstellungsbereiche, und bei vielen davon habe ich ganz bewusst mit Kontrasten gearbeitet.
Für mich ist eine Ausstellung nicht einfach ein Ort, an dem Fliesen, Badmöbel und Sanitärobjekte nebeneinander stehen. Mir ist wichtig, dass ein Kunde fertige Materialkombinationen sehen und direkt erleben kann, welche Wirkung sie zusammen erzeugen.
Kontrast bedeutet nicht möglichst viele Farben
Kontrast bedeutet für mich keinesfalls, möglichst viele verschiedene Farben in einem Badezimmer unterzubringen. Eigentlich ist es genau umgekehrt.
Ich mag ruhige Räume, in denen ein oder mehrere Akzente bewusst gesetzt werden.
Beige- und Brauntöne sind heute zum Beispiel sehr beliebt. Diese Kombination gefällt mir persönlich ebenfalls sehr gut. Wenn aber Wände, Boden, Möbel und fast alles andere beige gehalten werden, kann ein Badezimmer irgendwann zu ruhig und sogar etwas charakterlos wirken.
Manchmal reicht bereits ein dunkles Element. Das kann eine Wand in Graphit oder fast Schwarz sein, ein dunkles Badmöbel oder eine besondere Armatur.
Gerade moderne Oberflächen wie Brushed Bronze oder Brushed Graphite können auf einem ruhigen beigen Hintergrund sehr interessant wirken. Eine solche Armatur wird selbst zu einem Teil der Gestaltung. Sie hebt sich deutlich von der Wand ab und kann einem Badezimmer eine sehr edle und durchdachte Wirkung geben.
Dabei muss keineswegs das gesamte Badezimmer dunkel gestaltet werden. Manchmal funktioniert ein kleiner Kontrast sogar wesentlich stärker.
Holz wirkt für mich besonders gut vor einem dunklen Hintergrund
Es gibt Kombinationen, die mir schon seit vielen Jahren gefallen.
Eine davon ist Eiche in Verbindung mit einem dunklen Hintergrund.
Wenn wir bei einem Projekt Badmöbel oder andere Elemente in Eiche einsetzen, versuche ich fast immer, dafür einen dunkleren Hintergrund zu schaffen. Vor einer graphitfarbenen, dunkelbraunen oder fast schwarzen Wand beginnt die Struktur der Eiche für mich erst richtig zu wirken.
Vor Weiß oder einem sehr hellen Grau gefällt mir Eiche persönlich deutlich weniger.
Natürlich ist das kein allgemeingültiges Gesetz der Innenarchitektur. Es ist mein persönlicher Geschmack und meine Erfahrung aus vielen Projekten. Aber genau über solche Dinge spreche ich mit unseren Kunden bereits bei der Auswahl der Materialien.
Manchmal reicht eine einzige Akzentwand
Sehr häufig befindet sich der stärkste Akzent unserer Badezimmer direkt im Duschbereich.
Das kann eine andere Fliese sein, eine dekorative Wandverkleidung, eine besondere Oberflächenstruktur oder eine beleuchtete Nische. Das restliche Badezimmer kann sehr ruhig gestaltet sein, während die Duschwand zum eigentlichen Blickfang des Raumes wird.
Mir gefällt auch die umgekehrte Kombination sehr gut: eine sehr dunkle Wand mit einer goldenen oder bronzefarbenen Armatur. Solche Kombinationen haben wir bereits bei verschiedenen Projekten eingesetzt. Wenn die Farbtöne richtig aufeinander abgestimmt sind, kann das ausgesprochen schön wirken.
Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement ist für mich das Licht.
Eine beleuchtete Nische kann die Wirkung eines Badezimmers am Abend vollständig verändern. Tagsüber ist sie Bestandteil der Wand. Nach dem Einschalten der Beleuchtung wird sie plötzlich zu einem eigenständigen Gestaltungselement.
Deshalb betrachte ich bei der Planung eines Badezimmers nicht nur einzelne Fliesen oder Sanitärobjekte. Mich interessiert immer, wie der gesamte Raum später wirken wird.
Dekorative Oberflächen statt Fliesen an jeder Wand
Dekorative Wandoberflächen spielen bei fast allen meinen Projekten eine Rolle.
Ich bin nicht der Meinung, dass ein modernes Badezimmer zwangsläufig an allen vier Wänden vom Boden bis zur Decke gefliest werden muss.
Viel interessanter finde ich die Verbindung unterschiedlicher Oberflächen: Fliesen, dekorativer Putz, Holz, Glas, Metall und Licht.
Sehr häufig arbeite ich dabei mit dekorativen Materialien von Oikos. Damit lässt sich eine Wand ruhig gestalten, ohne dass sie leer oder langweilig wirkt. Abhängig vom Lichteinfall verändert sich die Oberfläche leicht, und es entstehen Tiefe und Struktur.
Dadurch verändert sich wiederum die Wirkung der angrenzenden Fliesen, weil zwei vollkommen unterschiedliche Materialien miteinander kombiniert werden.
Dieser Kontrast zwischen verschiedenen Oberflächen gefällt mir manchmal sogar besser als der reine Kontrast zwischen zwei Farben.
In unserer Ausstellung zeige ich bewusst unterschiedliche Charaktere
In unserer eigenen Ausstellung von DS-Innenausbau in Landstuhl kann ich natürlich wesentlich freier experimentieren als im Badezimmer eines Kunden.
Deshalb findet man dort sehr unterschiedliche Kombinationen.
Eine unserer Kompositionen verbindet zum Beispiel ein helles Badmöbel in Kaschmir mit einer grünen Wand in MultiDecor-Technik. Dazu kommen verschiedene Grautöne. Gemeinsam erzeugen diese Materialien eine vollkommen andere Stimmung als ein klassisches weiß-graues Badezimmer.
Wir haben eine kräftig gelbe Wand.
Wir haben einen dunkelbraunen Duschbereich.
Wir zeigen die dekorative Fliese Monocibec Blade Contrast, die bereits für sich allein zu einem starken Gestaltungselement werden kann.
In unserem Schaufenster wiederum kombinieren wir braunen Marmor mit weißem Marmor und bronzefarbenen Armaturen.
Diese Beispiele sind vollkommen unterschiedlich. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es eine einzige perfekte Farbkombination für jedes Badezimmer gibt.
Genau darin liegt für mich auch der Sinn einer eigenen Badausstellung. Ein Kunde muss nicht einen kleinen Materialausschnitt betrachten und versuchen, sich vorzustellen, wie dieser irgendwann in seinem Badezimmer wirken könnte.
Er kann unterschiedliche Materialien direkt nebeneinander sehen, sie bei unterschiedlicher Beleuchtung betrachten und herausfinden, welche Kombination ihm persönlich gefällt.
Kontrast ja – Farbchaos nein
Natürlich gibt es auch die andere Seite.
Ich mag es nicht, wenn in einem Badezimmer zu viele Farben und Materialien gleichzeitig miteinander konkurrieren.
Eine Fliese an der ersten Wand, eine völlig andere Fliese an der zweiten, eine dritte Farbe bei den Badmöbeln, ein anderer Boden, dazu dekorativer Putz, eine besondere Decke und noch auffällige Armaturen – irgendwann kämpft jedes einzelne Element um Aufmerksamkeit.
Dann verliert der Raum für mich seine Einheit.
Wenn mir deshalb eine Kombination, die ein Kunde ausgewählt hat, nicht gefällt, sage ich das normalerweise auch.
Natürlich trifft der Kunde am Ende die Entscheidung. Es ist sein Badezimmer, und er wird es jeden Tag benutzen.
Aber wenn ich ein Problem sehe, fällt es mir schwer, einfach nichts zu sagen.
Wenn ich der Meinung bin, dass zwei Materialien nicht miteinander funktionieren, erkläre ich, warum ich das so sehe. Oft legen wir die Muster einfach nebeneinander oder suchen gemeinsam nach einer Alternative.
Zu meiner Freude hören viele unserer Kunden auf solche Empfehlungen.
Manchmal liegt das Problem nicht in der Farbe, sondern im Unterton
Besonders deutlich sieht man das bei Grau und sehr dunklen Farbtönen.
Man kann eine wunderschöne graue Fliese auswählen und daneben eine ebenfalls sehr schöne, fast schwarze Fliese legen. Und plötzlich merkt man, dass beide überhaupt nicht miteinander harmonieren.
Warum?
Zum Beispiel kann das Grau einen kalten, leicht bläulichen Unterton besitzen, während der dunkle Farbton einen warmen, leicht braunen Unterton hat. Einzeln sehen beide Materialien gut aus. Nebeneinander entsteht aber plötzlich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.
Das Gleiche passiert bei Beige-, Braun-, Gold- und Holztönen.
Deshalb schaue ich mir bei der Planung einer Badsanierung die Materialien lieber gemeinsam an, anstatt jedes Element unabhängig vom Rest auszuwählen.
Die Fliese muss mit dem Badmöbel funktionieren. Das Möbel mit der Wand. Die Armatur mit der Fliese. Die dekorative Oberfläche wiederum mit dem gesamten Raum.
Erst dann entsteht für mich ein stimmiges Gesamtbild.
Warum mir Badezimmer ganz ohne Akzent oft nicht gefallen
In Deutschland komme ich bei Badsanierungen noch sehr häufig in ältere Badezimmer, in denen fast alles gleich aussieht: weiße glänzende Fliesen im Format 30 × 60 cm, weiße Sanitärobjekte und verchromte Armaturen.
Vielleicht galt genau das einmal als besonders modern. Vielleicht war die Auswahl an Materialien damals einfach wesentlich kleiner.
Bei mir persönlich erzeugen solche Badezimmer allerdings manchmal fast die Assoziation mit einem Krankenhaus.
Alles ist sauber. Alles ist korrekt. Alles funktioniert.
Aber mir fehlt der Charakter.
Deshalb möchte ich bei einer Badsanierung nicht einfach alte weiße Fliesen durch neue weiße Fliesen ersetzen und anschließend neue Sanitärobjekte montieren.
Mich interessiert, was aus diesem Raum werden kann.
Ein gutes Badezimmer muss weder teuer noch bunt sein
Das ist mir ebenfalls wichtig.
Kontrast bedeutet keineswegs, dass unbedingt die teuersten Materialien verwendet werden müssen.
Man kann eine relativ ruhige beige Fliese wählen und schwarze Armaturen dazu kombinieren. Man kann nur eine einzige Wand dunkel gestalten. Eine Nische lässt sich durch Licht hervorheben. Oder man wählt ein Badmöbel, das sich bewusst vom Hintergrund absetzt.
Manchmal verändert ein einziges richtig ausgewähltes Element die Wirkung des gesamten Badezimmers stärker als zehn teure Details gleichzeitig.
Genau deshalb versuche ich bei unseren Projekten im Bereich Badsanierung und Komplettbad zunächst das Gesamtbild zu verstehen und erst danach die einzelnen Materialien auszuwählen.
Badsanierung bedeutet für mich mehr als nur technische Arbeit
Natürlich müssen bei einer Badsanierung zunächst ganz andere Dinge stimmen: Untergrund, Leitungen, Abdichtung, Wände, Boden, Sanitärinstallation, Elektrik und viele weitere Details, die der Kunde im fertigen Badezimmer später überhaupt nicht mehr sieht.
Ohne eine technisch saubere Ausführung ist auch der schönste Entwurf nichts wert.
Wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, beginnt jedoch der Teil meiner Arbeit, der mir persönlich besonders viel Freude macht: Materialien, Oberflächen, Farben, Licht und deren Zusammenspiel.
Deshalb versuche ich bei den Projekten von DS-Innenausbau in Kaiserslautern, Ramstein-Miesenbach, Pirmasens, Kusel und anderen Orten in der Westpfalz und Südwestpfalz nicht, Badezimmer nach einem einzigen Schema zu gestalten.
Für einen Kunden passt ein ruhiges Komplettbad in Beige- und Brauntönen. Ein anderer entscheidet sich für Graphit und Eiche. Beim nächsten Projekt verbinden wir eine helle dekorative Oberfläche mit einer fast schwarzen Fliese. Manche Kunden wählen Chrom, andere schwarze Armaturen und wieder andere Brushed Bronze oder Brushed Graphite.
Für mich ist am Ende etwas anderes entscheidend: Nach Abschluss einer Badsanierung muss der Raum als Ganzes funktionieren.
Und ich mag es, wenn es darin wenigstens ein Detail gibt, an dem der Blick hängen bleibt.
Denn genau solche Räume bleiben meistens auch in Erinnerung.
Über den Autor
Dima Sets ist Inhaber von DS-Innenausbau – Badsanierung und seit über 25 Jahren im Handwerk tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf Badsanierung, Komplettbadsanierung und der Planung und Umsetzung moderner Komplettbäder aus einer Hand.
Mit DS-Innenausbau realisiert Dima Sets komplette Bäder von der ersten Beratung und Badplanung bis zur fertigen Übergabe. Dazu gehören unter anderem Fliesenarbeiten, großformatige Fliesen, Abdichtung, Trockenbau sowie Arbeiten rund um Wasser- und Abwasserleitungen und Kaltwasserleitungen. Durch die langjährige praktische Erfahrung kennt er sowohl klassische Badsanierungen als auch moderne Lösungen für anspruchsvolle Badezimmer.
Neben der täglichen Arbeit im eigenen Fachbetrieb veröffentlicht Dima Sets regelmäßig Fachartikel über Badsanierung, Komplettbadsanierung, Komplettbad, Fliesen, Naturstein, Mosaik, Abdichtung und moderne Verarbeitungstechniken. Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern vor allem um praktische Erfahrungen aus real ausgeführten Projekten.
DS-Innenausbau – Badsanierung ist überwiegend in Kaiserslautern, Kusel, Pirmasens und der Westpfalz tätig. Ziel ist es, Bauherren verständliche Informationen zu geben und hochwertige, langlebige Bäder mit durchdachten Lösungen aus einer Hand zu realisieren.



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